Der Wiener Kameraassistent Fred Fischer war an der Produktion des Stummfilmdramas „Café Elektric" (Wien 1927 mit Marlene Dietrich in der Hauptrolle) beteiligt und arbeitete für Eugen Schüfftan in Berlin, bevor er in den 1930er Jahren vor dem ausufernden Antisemitismus über Amsterdam und Venezuela in die niederländische Kolonie Curaçao flüchtete. Dort eröffnete Fred das erste Fotostudio der Insel, half der Tauchikone Hans Hass beim Entwickeln seiner Unterwasseraufnahmen und wurde – nach seiner Internierung 1940 sowie Deportation auf die Nachbarinsel Bonaire – der wichtigste Fotograf der Region. In seiner über 100.000 Bilder umfassenden Sammlung sind die Unterwasserwelt und das koloniale Erbe der niederländischen Karibik festgehalten.
Die Ausstellung zeigt ausgewählte Objekte der Sammlung Fischer, die sich heute im Nationalarchiv von Curaçao befindet. Von der Lebensgeschichte Fred Fischers ausgehend macht die Ausstellung zudem mehrere Schicksale der hunderten österreichischen Kinder, Jugendlichen, Frauen und Männer sichtbar, die vor dem Nazi-Regime nach Curaçao bzw. über Curaçao vor allem nach Kolumbien, Venezuela, Panama, Kuba, Hait sowie in die Dominikanische Republik und die USA geflüchtet sind. Zu ihnen zählten etwa die 18-jährige Wienerin Elisabeth, der Sohn des ehemaligen Justizministers Winterstein oder Cissy Kraner und Hugo Wiener, der dank des Güssinger Dirigenten Eugen Strehn in Bogotá Zuflucht fand.